Kindesunterhalt

Derjenige, bei dem das unterhaltsberechtigte Kind nicht lebt, ist zum Barunterhalt verpflichtet. Dagegen erfüllt der andere Elternteil, der das minderjährige Kind betreut, seine Unterhaltsverpflichtung durch die Betreuungsleistung und muss daher – im Regelfall – keinen Barunterhalt zahlen. Größte Sorgfalt ist der Ermittlung des unterhaltsrelevanten Nettoeinkommens zu widmen: die Berücksichtigung berufsbedingter Aufwendungen, die Umlage von Abfindungen, die richtige Berechnung von Wohnwerten bei selbstgenutztem Eigentum, fiktive Einkommen, die Hausmannrechtsprechung usw.. Dies gilt umso mehr bei Selbständigen, wo zahlreiche steuerrechtliche Aspekte unmittelbar in Rücksicht zu nehmen sind und zum Teil schwierige Rechtsfragen aufwerfen, z.B. die Fortschreibung von Überentnahmen, die unterhaltsrechtliche Behandlung von Leasingsonderzahlungen bei E/Ü-Rechnern etc.. Und sind goldene Brillantringe Betriebsvermögen? Auf der Bedarfsseite können ebenfalls problematische Fragen eine Rolle spielen, z.B. muß Vermögen des Kindes eingesetzt werden?, sind Ausbildungswechsel zu finanzieren und was passiert, wenn der/die Unterhaltsberechtigte bei den Prüfungen versagt? Mehr- und Sonderbedarfe sind unter Umständen in die Berechnung einzustellen, z.B. länger anfallende Behandlungskosten oder eine private Schulausbildung. Ansprüche können sich auch gegen Dritte richten: die Ersatzhaftung der Großeltern. Ausnahmsweise kommen Ansprüche aus Amtshaftung in Betracht, nämlich dann, wenn Ansprüche des Kindes zwischen dem Beistand und dem Träger des Unterhaltsvorschußes hin und her abgetreten werden und man dann – in Unkenntnis der Rechtsprechung – die gehemmt geglaubten Ansprüche der Verjährung anheimfallen läßt. Wenngleich nicht jeder Fall spezielle Fragestellungen aufwirft, legen Sie die Berechnung Ihrer Unterhaltsforderungen ausschließlich in die Hände von Spezialisten!